Vorsicht Humor!

Humor kann mächtig sein, denn er entlarvt vermeintlich, was sich unter der Oberfläche des Humoristen verbirgt, und damit sind sich Humor und Kleidung gar nicht so unähnlich.
So wie mit Kleidung zeigt man auch im Humor die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Nicht jeder wird Gefallen an dieser Art der Darstellung, sie vielleicht sogar abstoßend finden, dennoch sollte niemandem verboten werden zu sagen/tragen, was er möchte.

Das Aussehen und die Art des dargebotenen Humors sind aktuell fast untrennbar miteinander verwoben. Nur wer versteht beides ausgeglichen darzustellen, bekommt von der Öffentlichkeit das Etikett „Einwandfrei“ ans Humor-Revers geheftet und darf seinem Beruf teils mit Lobpreisungen geneigter Kreise nachgehen. Fällt der Humorist allerdings aus der aktuellen Humor-Konvention heraus, macht er sich über tatsächliche oder vermeintlich schützenswerte Inhalte lustig oder über Klischees, die er nicht selbst bedient, läuft er Gefahr das Kainsmal der Unkorrektheit angesteckt zu bekommen und muss von nun an damit rechnen, zum medial Vogelfreien zu werden.

Humoristen befinden sich dieser Tage auf einem Minenfeld, denn die Humor-Konvention ist teils gnadenlos geworden. Jedes „falsche“ Wort wird abgestraft, und was für wen falsch ist, hängt auch vom Stereotypen des Humoristen ab. Macht ein Weißer Witze über Schwarze geht das gar nicht, aber wenn ein Afghane (Faisal Kawusi) Witze über Migranten macht, ist das plötzlich urkomisch. Relevant scheint zu sein, dass das Bühnenprogramm selbst erlebt wurde oder die eigene Meinung widerspiegeln könnte. Die Vermarktung des eigenen Klischees fällt auf fruchtbaren Boden und vermittelt das Gefühl, man würde gar nicht über Stereotypen lachen, sondern über eine Persönlichkeit.

So hält es auch der aktuelle Star im Kreise der Comedians Felix Lobrecht. Er gewann den Comedy Preis 2020. Mit überheblichem Habitus erzählt er von seinen Alltagserfahrungen mit anderen Menschen. Seine Schilderungen ergeben schnell das Bild eines Klischees und in der Pointe folgt dann auch gleich die Bewertung des selbigen. Abwertend zieht er über die beschriebenen Stereotypen her, wie in seinem Programm für die 1 Live Comedy Nacht 2019:
„… schauten die mich an, als hätte ich Holocaust leugnend auf ein schwules Kind eingetreten“ und
„…einfach so eine antiautoritäre Fotze“.
Das Publikum findet es herrlich und belohnte ihn für diese Art von Humor mit benanntem Preis.
Für manche seiner Themen erhält auch er Kritik aus den sozialen Medien, aber die wirkt eher mahnend als diffamierend. Zum Sicherheitsrisiko, zu dem man Lisa Eckhart bereits gemacht hat, worauf später noch einzugehen sein wird, wurde er nicht erklärt.
Noch scheint er sich an die ungeschriebenen Gesetze der Humor-Etikette zu halten, da er nicht auf besonders geschützte Bereiche „eindrischt“. Diese geschützten Bereiche betreffen verfolgte Minderheiten und Themen, die in der breiten Öffentlichkeit nur einen Umgang erlauben, wie Klima oder Corona. Kritik an einer eventuell einseitigen Sichtweise ist in diesen Gebieten mehr als nur unerwünscht. Wer sie dennoch ausspricht und sie als Grundlage von Satire heranzieht, wird von der Öffentlichkeit sanktioniert mit einem abwertenden Etikett, was ähnlich anhaftet wie flüssiges Pech.

Wie guter von schlechtem Humor zu unterscheiden sei, beschreibt der Spiegel in einem Satz und macht damit klar, wer für was zu sanktionieren sei: „Satire soll nach oben hin austeilen, Missstände aufzeigen – wer hingegen Klischees über Minderheiten verbreitet, tut genau das nicht. Er oder sie tritt dann einfach nur nach unten. Sind das Ziel Juden, Schwarze oder Geflüchtete, ist das nicht länger schwarzer Humor, sondern brauner.“

Dass es auch abseits dieser Gruppen Minderheiten gibt, die als Feindbild dienen und die Ziel von Witz und Spott aus allen Lagern sind, davon liest man selten etwas. Wer glaubt, dass Feindbilder als Vorlage für Witz und Spott ausgedient haben, der hat nicht verstanden, warum es Feindbilder gibt. Von Werner Kroeber-Riel stammt der Satz: „Bilder sind schnelle Schüsse ins Gehirn“, und so ist das auch mit Feindbildern. Es gibt nicht viel, was Menschen innerhalb weniger Augenblicke so verbindet, wie ein gemeinsames Feindbild. Folgendes Zitat dazu:
„Feindbilder können eine Andersartigkeit bewusst machen, indem sie bei der Selbst- und Fremdkategorisierung wirken, die von dem Wunsch nach positiver sozialer Identität geleitet wird.“

Vorbild für die aktuellen Feindbilder sind all jene, die sich nicht dem gesellschaftlichen Konsens anschließen. Die zweifeln, die „leugnen“, die Menschen oder Ideologien anhängen, die kein gutes Image haben. Muss man diese Menschen in ihren Ansichten verstehen? Nein! Aber haben sie es nur aufgrund ihrer Einstellung verdient jeglichen Respekt aberkannt zu bekommen?

Der Mechanismus der Respektaberkennung dieser Personen folgt einem Muster. Dieter Nuhr schildert es im Wortlaut so: Es werden Begriffe gefunden, die diese Person, aufgrund ihrer Meinungen über geschützte Bereiche, in ein Raster schieben. Diese Begriffe tragen bewusst das Beiwort „Leugner“, was an den Begriff „Holocaust-Leugner“ erinnert und benannte Personen erfahren eine ähnliche Abwertung wie jene, die als Holocaust-Leugner klassifiziert wurden.
Der große Unterschied dieser Bezeichnungen besteht im rechtlichen Umgang. Die Leugnung des Holocaust ist in 18 Länder zurecht unter Straffe gestellt, nach § 130 des deutschen StGB. Wissenschaft-Leugner, Corona-Leugner, Klima-Leugner etc. erfahren „nur“ eine öffentliche Ächtung. Allerdings wird eine Person, die das Etikett Leugner trägt, nicht nur für ihre scheinbar merkwürdigen Ansichten, sondern als Ganzes geächtet und wird aus Bereichen des öffentlichen Diskurses von vornherein ausgeschlossen, sowohl in privaten wie auch in beruflichen Bereichen. Das geschieht, um im Zeichen der Political Correctness den eigenen Stall sauber zu halten und nicht mit einem solchen „Subjekt“ in Verbindung gebracht zu werden (Kontaktschuld).

Die Political Correctness nimmt es in vielen Bereichen recht ernst, außer wenn es darum geht, ihre eigenen blinden Flecken aufzudecken. Die Dabringer der Political Correctness brüsten sich in den von ihnen aufgestellten Konventionen mit moralischer Unversehrtheit und ziehen sich selbst die Uniform der Tugendpolizei an, um damit ihre Präsenz und Wichtigkeit zu zeigen. Jeder, den sie entdecken und der sich nicht an die von ihnen aufgestellten Konventionen hält, wird an den medialen Pranger gestellt. Dabei ist diese selbst geschaffene Konvention nicht ohne Weiteres zu vereinbaren mit dem, was sich im Laufe der Zeit als gesellschaftliche Konvention herausgebildet hat.
Aus rechtlicher Sicht lässt es sich z. B. so definieren:
Satire ist ein humoristisches Mittel, um auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen, die von Kultur, sozialem Leben und Politik der jeweiligen Zeit abhängig sind. Die Stilmittel sind Ironie, Verfremdung, Übertreibung und Übersteigerung. Was aber maßgeblich für die Beurteilung von Satire ist, ist eben nicht das Stilmittel, sondern der Kern der Aussage. Es ist also nicht entscheidend wie etwas gesagt wird, sondern was.
Der Gedanke des „Was“ ist interessant. Wird ein humoristischer Beitrag angegriffen, wird teils nicht unterschieden, wer welche Aussage in welcher Art und Weise gesagt hat und worin der Kern des Themas liegt.
Um ein Beispiel zu nennen, wurde im Falle von Dieter Nuhr nicht unterschieden zwischen der Privatperson und der künstlerischen Darbietung. So werden die Aussagen, die er in seinen Beiträgen bringt, auch ihm als Privatperson in den Mund gelegt. Dass Satire nicht zwingend die persönliche Meinung des Satirikers widerspiegelt, sollte unterstellt werden, wird es aber nicht. So wird er beispielsweise bezichtigt ein „Wissenschaftsfeind“ zu sein, da er sich in seinen Beiträgen kritisch mit dem Stand der aktuellen Klima-Forschung auseinandersetzt und den daraus resultierenden Folgen für menschliches Verhalten.
In den meisten Fällen geht es in seinen Beiträgen um eine übertriebene Darstellung von Sachverhalten und Ironie. Dass Energiesparlampen die Eisbären nicht vor dem Aussterben retten (aus der Sendung „Jahresrückblick 2013“), ist eine überspitzte Darstellung und man kann nicht sagen, dass sie falsch ist.

In den Köpfen der Kritiker wird nun eine Verallgemeinerung dessen getroffen, was gesagt wurde und es wird daraus geschlussfolgert, dass auch die Kernaussage dieses Beitrags als Angriff auf das Thema zu werten sei.
Die Schlussfolgerung der Kritisierenden scheint zu sein, dass ironisch und provokant über ein ernstes Thema gesprochen wurde, ergo nimmt der Aussprechende dieses Thema nicht ernst. Wer sich aber über ein Thema lächerlich macht, was so wichtig ist wie z. B. der Klimawandel und bei dem der Umgang damit vermeintlich über unser aller Zukunft entscheidet, der muss auch ein Leugner dieses Wandels sein.
So wird anhand vom „Wie“ eines satirischen Beitrags auf das „Was“ geschlossen und es wird ein Gesamtprädikat verliehen, was der Satiriker möglicherweise nicht mehr loswird.

So wurde das Statement, dass Dieter Nuhr zum 100. Geburtstag der Deutschen Forschungsgemeinschaft „DFG2020 – Für das Wissen entscheiden“ verfasste und von der DFG selbst gelobt wurde, kurz nach seinem Erscheinen wieder von der Homepage des DFG gelöscht.
Die selbst ernannten Tugendwächter forderten die Entfernung dieses Beitrags und die DFG ist dem willfährig nachgekommen.
Das wurde von den Fordernden damit untermauert, Dieter Nuhr sei ein „Wissenschaftsleugner“ und habe keine Ahnung von der aktuellen Wissenschaft. Daher dürfe er nicht Aushängeschild für eine Gesellschaft sein, die sich Wissenschaft auf die Fahne geschrieben hat.
Die NZZ schrieb dazu Folgendes:
„Auf Twitter wird die Organisation im Moment daher auch heftig beschossen, Kritiker posten zahlreiche Videoausschnitte von Nuhrs Bühnenshows, um zu zeigen, wie es um sein Wissenschaftsverständnis tatsächlich steht.“
Dieter Nuhr wird damit mangelndes Wissen unterstellt. Dass es bei seinem Bühnenprogramm darum geht mit satirischen Stilmitteln die aktuellen Zustände kritisch zu hinterfragen, aber eben nicht darum sein eigenes Wissen wie in einer schulischen Klausur herunter zu beten, verdient in diesem Kontext keine Erwähnung.

Auch die Kabarettistin Lisa Eckhart kennt diese Art des Gebarens. Das Harbour Front Festival hatte sie zunächst eingeladen, diese Einladung dann aber später zurückgezogen, da „öffentliche Gruppen“ Stimmung gegen die Einladung Eckharts gemacht hatten.

Der Humor der Österreicherin ist in der Tat besonders und ungewohnt. Er schockiert durch das ganze Bühnenprogramm hindurch und genau darauf zielt die Kunstfigur Lisa Eckhart ab. Sie soll schockieren und ja vielleicht auch etwas anekeln. Über ihr Buch heißt es, sie „streichelt mit dem Samthandschuh offene Wunden auf die Haut“ und so kann man auch ihre Bühnenshow verstehen. Dabei geht es ihr gerade darum, dass wirklich jeder sein Fett wegkriegt, wozu sie eigens Listen führt, damit auch wirklich kein Klischee vergessen wird.

Dazu folgende Beispiele:
„Ich möchte nicht rassistisch klingen, bitte. Es gibt sehr viele Dinge, die ich am Inder besser finde als an anderen Geräten.“
Oder:
„Am meisten enttäuscht es von den Juden, da haben wir immer gegen den Vorwurf gewettert, denen ginge es nur ums Geld, und jetzt plötzlich kommt raus, denen geht’s wirklich nicht ums Geld, denen geht’s um die Weiber, und deshalb brauchen sie das Geld.“

Diese Pointen treffen ins Mark derer, welche die Tugendpolizei so dringend schützen möchte und um diesem Schutzauftrag gerecht zu werden, scheut sie sich nicht davor zu drastischeren Mitteln zu greifen. So wird nicht nur die Satirikerin selbst für diese Art des Humors angegriffen, auch ihr Publikum wird gleich mit diffamiert.
Zum einen wird dem Publikum unterstellt selbst keine Diskriminierungserfahrungen haben zu können und diesen Umstand im Kabarett auszukosten, da sie sich hier so schön auf Kosten von Minderheiten „durchamüsieren“ könnten. Zum anderen wird ihnen in die Schuhe geschoben verklemmt und irgendwie auch dumm zu sein, da sie diese Art von Humor unterstützten und unreflektiert alles, was ihnen im Bühnenprogramm dargeboten wird, für bare Münze zu nehmen. So heißt es in der Zeit:

„Diese Grenzverletzungen fördern keinerlei Erkenntnis, demaskieren weder Macht noch kulturelle Vorurteile, reproduzieren sie vielmehr. Komisch finden kann das nur ein verklemmtes Publikum, das denkt: Hihi, darüber macht man doch keine Witze. Dieses verklemmte Publikum gibt es natürlich, und wer gelernt hat, seinen Erfolg in Applaus und Aufmerksamkeit zu messen, findet hier gewiss dankbare Goutanten von Gratismut. Satire darf ja schließlich alles, und also muss sie auch auf den Gräbern der Ermordeten und den Nerven der Lebenden rumtrampeln dürfen.“

Doch Humor, der sich wagt die Wunden der Vergangenheit zu benennen, ist nicht zwangsläufig schlecht, er hat sogar eine Aufgabe. Er will verkrustete Denkweisen aufbrechen, darstellen, was es bedeuten kann in einer solchen Art und Weise zu denken. Er will den Ekel, den Schock evozieren, den diese Art von Darstellung hervorbringt. Denn dieser schockierende Stil hat einen besonderen Nutzen. Er spricht an, was sich keiner zu sagen wagt, aber eben nicht, um diese Denkweise zu fördern, sondern um sie sichtbar zu machen. Es geht darum, sie aus dem Verborgenen zutage zu fördern und sie plakativ vor Augen zu führen.
Diese Darstellung nimmt die Position derer ein, die als verachtenswert empfunden werden und führt einem diese fiktive Person vor Augen. Hat man sie erst visualisiert, erkennt man auch warum ein solches Verhalten kritikwürdig ist.
Eine solche Art der Darstellung kennen wir ebenfalls aus der bildenden Kunst, die jedoch selten damit konfrontiert wird, künstlerische Objekte könnten zur Förderung des Dargestellten beitragen.
Es wird schwierig diese Art der Denkweisen aufzubrechen, wenn der einzige Umgang damit ist, alles totzuschweigen und zu verdrängen, was jemals schlimm gewesen ist.

Aber das scheint der Tugendpolizei nicht aufzufallen, da sie sich im Recht sieht, wenn sie Satiriker, die nicht deren selbst erstellten Konvention folgen, mundtot machen möchte. Dass sie sich mit diesem Vorgehen prinzipiell auf die gleiche Stufe begibt wie andere Extremisten, die mit Gewalt gegen die Satiriker von Charlie Hebdo vorgegangen sind, scheint ebenfalls nicht aufzufallen.
Auch radikal-islamische Fanatiker sehen einen Angriff ihres Weltbildes durch Humor, der sie verletzt und sie sehen sich im Recht die Verbreiter dieses Humors tätlich anzugreifen und, das ist der Unterschied, nicht nur mit Worten. Damit überschreiten sie das mediale Vorgehen der Diffamierung und greifen die körperliche Unversehrtheit der Humoristen und deren Verteidiger an, was diese in jeder Hinsicht zu Vogelfreien macht.
Mit Samuel Paty musste ein weiterer Mensch durch islamistischen Terror sterben, der sich am Beispiel von Mohammed Karikaturen des Satire-Magazins Charlie Hebdo für eine umfassende Meinungsfreiheit eingesetzt hatte. Er war in den Augen der radikalen Eiferer zum Feind ihrer Werte geworden und hatte so sein Leben verspielt. Gleichzeitig wurde an ihm ein Exempel statuiert, dass demonstrierte was mit den Feinden des „wahren Islams“ geschehen kann.

Wenn Humor aber nur noch das darstellen darf, was in aller Augen rein und keusch ist, wie soll er dann einer seiner grundlegenden Funktionen nachgehen?
Denn es scheint in Vergessenheit zu geraten, dass die Aufgabe der Satire nicht nur darin liegt nach oben zu treten und moralisch einwandfreie Witze zu machen. Meist ist Humor gerade dann am lustigsten, wenn er unter die Gürtellinie zielt. Nicht für jeden natürlich, aber niemand wird gezwungen sich etwas anzuhören, was ihm nicht passt. Es aber zu verteufeln und verbieten zu wollen, ist der falsche Weg, wenn eine freie Kultur erhalten bleiben soll und man Fanatikern keinen Raum geben will.
Humor sollte alle relevanten Themen einer Gesellschaft thematisieren dürfen. Möglichst aus jeder Perspektive. Wie gut kann man über ein Thema diskutieren, dessen vielfältige Betrachtungsweisen man nicht kennt? Und der Satiriker kann seine Aufgabe darin sehen, bisher unbeachteten Seiten aufzuzeigen, auch dann, wenn diese Sicht einige schockiert. Auch der Schrecken und das Entsetzen können satirische Mittel sein, die bewusst eingesetzt werden, um beim Publikum auch dort anzusetzen, wo es weh tut.
Da, wo es weh tut, sitzt oft die Seele und auch in der Seele einer Gesellschaft gibt es Wunden und Narben. Es ist verständlich, dass sich manche wünschen diese Stellen nie wieder zu berühren, da sie mit so viel Schmerz und Leid verbunden sind. Aber wie mit den körperlichen Versehrtheiten so ist es auch mit den seelischen, man tut sich keinen Gefallen damit sie einfach zu verdrängen. Spätestens für die Nachwelt muss man sie bewahren, um von ihnen zu berichten, damit auch die zukünftigen Generationen lernen damit umzugehen. Und welcher Umgang mit schwierigen Themen ist besser zu ertragen als Humor? Hier kann man Verbundenheit und Trost finden in einer Welt, die immer mehr auseinanderzubrechen droht.
Die Globalisierung fordert viel von den Menschen. Die eigene Kultur will bewahrt bleiben, aber auch andere Kulturen sollen ihren Platz finden. Manche sehen die einfachste Lösung darin die eigene Kultur zurückzudrängen, um den anderen Kulturen damit nicht im Weg zu sein. Aber es sollte Platz für alle geben, jeder dort, wo es ihm richtig erscheint. Dies zu akzeptieren ist ein Gebot der Globalisierung.
Unbefangener Humor ist ein wichtiger Teil jeder Kultur und jeder Gemeinschaft und sollte gewahrt werden, denn Lachen ist eine unserer wesentlichsten Ausdrucksformen. Lachen führt zu körperlicher Entlastung und ist ebenso Abwehrmechanismus. Außerdem ist es ein wichtiges Mittel des sozialen Miteinanders, da sich durch gemeinsames Lachen ein Gefühl der Verbunden- und Vertrautheit einstellt. Wenn wir lachen, gehören wir zusammen, auch wenn es manchmal weh tut.

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