Befreiung

Sie sitzt auf ihrem Zimmer. Vor dem Fenster sind rote Tücher gespannt. Sie sind mit Reißzwecken an den Rahmen befestigt und an einigen Stellen hat der Stoff seine Spannung verloren. Hier sucht sich das Licht seinen Weg ungehemmt in den Raum. Es scheint auf die rote Samtcouch, deren Bezug Fäden zieht und das Futter hervorlugt, auf den alten Perserteppich, der schon so viele Schuhsohlen auf sich ertragen hat. Feine Mailänder Ledersohlen, alte billige Gummisohlen, von Turnschuhen und schlechten Kunstleder Schuhen aus dem Türkenladen. Alles Männersohlen.

Im Kino

Sie ging mit ihm ins Kino. Das war ein guter Ort für ein 2. Treffen. Beim 1. Treffen saßen sie in einer Bar. Sie saßen bis tief in die Nacht dort, tranken einen Cocktail nach dem anderen und mit jedem Cocktail wurden ihre Gespräche intensiver. Der Rausch der Cocktails und der Intensivität stieg beiden zu Kopf. Sie bemerkten, wie sehr sie einander begehrten. Es war ein animalisches Begehren. Ihr Gespräche waren wie Kämpfe, ihre Worte die Waffen. Wer sie so sah, konnte die Funken springen sehen und es schien nur eine Frage der Zeit wann einer der beiden über den Tisch sprang und den anderen auffraß.