Zu Unrecht verurteilt – kann der Lügendetektor helfen?

Ein Fall in Ferdinand von Schirachs Buch „Schuld“ handelt von einem jungen Ehepaar. Sie sind finanziell abgesichert und wünschen sich in naher Zukunft Kinder. Ein glückliches junges Paar. Bis der Mann der sexuellen Belästigung an einer Minderjährigen angeklagt und auch verurteilt wird. Er muss 2 Jahre ins Gefängnis, verliert seine Frau und all seine Perspektiven. Nachdem er wieder frei ist, rollt ein Anwalt seinen Fall erneut auf und es stellt sich heraus, dass das Mädchen und auch die Zeugin (ebenfalls ein junges Mädchen) eine Falschaussage gemacht hatten. Der Mann hatte ihnen nie etwas getan.

Dieser Fall zeigt eindrücklich, wie dramatisch es sein kann, wenn jemand zu Unrecht verurteilt wird. Gerade Sexualdelikte erregen immer wieder Aufsehen, da die Beweislage meist schlecht nachzuvollziehen ist.

Auch die #metoo Welle führt dazu, dass sich Gerichte vermehrt mit Strafverfahren wegen Verleumdung beschäftigen müssen, wie zum Beispiel im Fall der Frankfurterin Schwesta Ewa. Sie behauptet, während ihrer Zeit in U-Haft von mehreren Wärtern sexuell belästigt worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft geht von Verleumdung der Wärter aus. Aber ist es nicht denkbar, dass diese Übergriffigkeiten wirklich stattgefunden haben? Im bestehenden System steht am Ende aber Aussage gegen Aussage und den Kürzeren zieht im Zweifel derjenige, dem der Richter schlicht nicht glaubt. Denn die Feststellung, ob eine Aussage wahr oder falsch ist, obliegt nach deutschem Recht allein dem Tatrichter.

Auch im Fall Dieter Wedel, der zu Beginn dieses Jahres mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs bezichtigt wurde und deswegen auch mit wirtschaftlichen Einbußen rechnen musste, sind Anzeigen wegen Verleumdung möglich. Denn Belege für die Übergriffigkeiten wurden nicht gefunden.

Aber was tun? Wie kann man dagegen vorgehen, wenn die Beweismittel fehlen?

Eine Möglichkeit, die nie ganz verschwindet aber in Deutschland bisher nicht vor Gericht zugelassen wurde, ist der Polygraph auch Lügendetektor genannt.

In Deutschland hat der Apparat keinen guten Ruf. Zu groß sind die Bedenken, vor der Fehlhaftigkeit des Apparates und seiner Manipulierbarkeit. Denn wie kann der Polygraph bei einem Kriminellen funktionieren? Bei einem Menschen, der kein normales Verhältnis zu seinem Fehlverhalten hat und es ihm somit leicht fällt Straftaten zu begehen und keine Reue dafür zu empfinden?

Aber was ist mit den Fällen, in welchen kein klassischer Verbrecher auf der Anklagebank sitzt, sondern ein rechtschaffender Bürger, der zu Unrecht eines Verbrechens oder einer Straftat angeklagt wird, wie im Falle des Mannes von dem Schirach berichtete? Wenn es keine ausreichenden Beweise gibt, der Angeklagte aber dennoch unschuldig ist. Wäre es in einem solchen Fall nicht gut, eine Möglichkeit zu haben ihn zu entlasten?

In anderen Ländern, wie z.B. Belgien oder Polen, ist es vor Gericht jedem Angeklagten erlaubt sich eines physiopsychologisches Tests mittels eines Polygraphen zu unterziehen. Das Resultat wird anschließend ebenso behandelt, wie jedes andere Beweismittel.

Hierzulande wird die Option des Lügendetektors seit 1954 vom BGH wiederholt nicht akzeptiert. Die Gründe dafür beziehen sich auf die Wahrung der Menschenwürde und auf die Falsifizierbarkeit des Gerätes. Der Nutzen eines Polygraphen verdient kaum Beachtung.

Bisher ist man in Strafverfahren ja auch ohne dieses weitere Beweismittel ausgekommen. Wieso an einem Stuhl rütteln, der sich so schön eingesessen hat und so bequem geworden ist? Aber darf man deshalb die unschuldig Verurteilten außer Acht lassen? Der BGH-Richter Ralf Eschelbach geht davon aus, dass jedes vierte Urteil ein Fehlurteil ist. Statistiken dazu gibt es keine. Das System hält zusammen und will sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Den Betroffenen aber hilft es nicht, wenn man, wie in jedem System mit X % Verlusten rechnet. Justizirrtümer zerstören Leben!

Aber es gibt auch Gerichte, die sich von diesem Urteil nicht beeindrucken ließen und den Polgraphen im Verfahren eingesetzt haben, sowie das OLG Dresden und das AG Bautzen. Beide setzten den Polygraphen zur Entlastung in Familienstreitigkeiten ein. Der erste Schritt für die Zulassung von Polygraphen ist also getan, aber es gilt die Sensibilität für dieses Thema zu schärfen.

Ich selbst war jahrelang der Ansicht, dass man Lügendetektoren nicht trauen kann, schon gar nicht vor Gericht. Sie sind fehleranfällig, manipulierbar und sicher nicht dafür geeignet Kriminelle zu überführen. Aber in welchen Fällen ein solcher Apparat durchaus sinnvoll sein kann, das wurde mir erst klar, als ich einen befreundeten Anwalt zu einem Streitgespräch in die Kanzlei „verte“ in Köln begleiten durfte. Hier fand am 25.05.2018 eine Diskussion zum Thema Polygraphen statt.

Teilnehmende waren die Dipl. Psychologin Dr. Gisela Klein, die führende Sachverständige für Polygraphen in Deutschland, Prof. Dr. Thomas Fischer, ehemaliger Vorsitzender des 2. Strafsenats des BGH und Prof. Dr. Holm Putzke, Rechtswissenschaftler mit einer Lehrprofessur für Strafrecht in Passau.

Das Gespräch wurde eröffnet von Dr. Gisela Klein, die eine Einführung in Entstehung und Verfahren des Polygraphen gab. Der Polygraph, der 1935 von C. G. Jung und M. Wertheimer erfunden und in diesem Jahr auch zum ersten Mal getestet wurde, findet auch heute noch Verwendung.

Das Prinzip beruht auf den Messungen physiologischer Reaktionen des Befragten, die Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt der Aussage haben sollen. Die Messungen des Polygraphen werten Atmung, Puls, Butdruck und elektrische Leitfähigkeit der Haut aus und geben Aufschluss über die unwillentlichen körperlichen Aktivitäten des Probanden.

Somit wird mittelbar auf den Wahrheitsgehalt der Aussage rückgefolgert. Die Annahme ist, dass Menschen in bestimmten Situationen bestimmbare physiologische Reaktionen zeigen, z.B. dass Menschen nervös werden, wenn sie lügen. Auch wenn diese Nervosität dem Gegenüber unbemerkt bleiben kann, so reagiert das vegetative Nervensystem des menschlichen Körpers doch und wird somit messbar, so die Theorie. Reaktionen äußern sich in einer Veränderung der überprüften Areale. Der Puls steigt, die Atmung wird schneller, ebenso können Schwitzen und Zittern auftreten.

Gemessen werden mehrere Reaktionen gleichzeitig bei verschiedenen Fragestellungen. Diese Fragen erstrecken sich von normalen alltäglichen Fragen, bis hin zu den gezielten Fragen, deren Wahrheitsgehalt es zu überprüfen gilt.

Frau Dr. Klein berichtete auch von mehreren Studien, bei welchen der Polygraph mit sehr guten Ergebnissen abgschnitten hatte. Diese kann ich leider nicht aufführen, da ich die Quellen dazu nicht finden konnte.

Nach der Einführung zum Polygraphen, diskutierten Prof. Dr. Fischer auf der Contra Seite und Prof. Dr. Holm Putzke auf der Pro Seite über den Nutzen des Lügendetektors. Im Wesentlichen wurden alle Punkte aufgeführt, die ich zu Beginn dieses Artikels ausgeführt habe.

Was mir am Ende fehlte, war eine konkrete Aussicht auf dieses Thema. Wenn die Falsifizierbarkeit eines solchen Gerätes so maßgeblich ist, der Nutzen aber unumstritten, wieso scheint die Motivation ein geeigneteres Verfahren zu finden so schleppend? Der Contra Sprecher, Prof. Dr. Fischer führte selbst an, dass die heutige Wissenschaft zuverlässigere Verfahren anbietet, wie die Messung von Hirnströmen (EEG) oder auch die Mimkiforschung. Sucht man aber nach Forschungen zu diesem Bereichen, wird man hierzulande nicht fündig. Dazu muss man über den großen Teich schauen, wo bereits der Polygraph seit Jahrzehnten Verwendung findet. Sichtbar wird hier, dass Verfahren erst dann tiefergehend erforscht werden, wenn sie Anwendung finden. Das die Polygraphen Forschung in Deutschland so stiefkindlich behandelt wird, verwundert nicht, wird der Polygraph doch in juristischen Fragen kaum angewendet. Damit ist aber nicht gesagt, dass der Polygraph ein schlechtes Gerät sein muss. Gibt es doch genügend andere Bereiche, in dem er Verwendung findet. Was dem Polygraphen fehlt ist eine gute Lobby und die wird er unter den herrschenden Bedingungen nicht finden.

Bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft mehr Gerichte ein Beispiel an dem OLG in Dresden und dem AG in Bautzen nehmen werden und es so irgendwann möglich wird, das BGH davon zu überzeugen, dass Lügendetektoren, ob in Form eines Polygraphen, eines EEGs oder eines sonstigen Apparates, sinnvoll für die Beweisentlastung sein können.

Gerechtigkeit-ein Definitionsversuch

Um sich dem Thema Gerechtigkeit anzunähern, braucht es zuerst einen Ausgangspunkt. Wie kann man ein gerechtes Leben und Sein definieren, wenn doch jeder unterschiedlich damit umgeht? Um eine Definition zu finden, habe ich mir philosophische Ansätze angeschaut. Ich habe mich für zwei Theorien entschieden, die sich in meinen Augen gut ergänzen und leicht verständlich sind.

Da gibt es zum einen den Konstruktivismus und zum anderen John Rawls, ein amerikanischer Philosoph, der mit seiner „Theorie der Gerechtigkeit“ ein einflussreiches Werk der politischen Philosophie verfasst hat. Beide Theorien sind in meinen Augen wichtig, um sich klar zu machen, welche Sachverhalte für die Gerechtigkeit eine Rolle spielen.

Der Konstruktivismus geht in seinen Grundregeln davon aus, dass ein Weltbild immer subjektiv ist und sich jeder seine eigene Wirklichkeit kreiert. Eben so, wie es Pippi Langstrumpf sang: “Ich mache mir die Welt, widewidewie sie mir gefällt”. Eine Wirklichkeit, die für alle gleich ist, gibt es nicht. In dieser Definition der Wirklichkeit geht es aber weniger um das “Was” als vielmehr um das “Wie”. Denn ein Apfel ist optisch und haptisch für jedermann ein Apfel. Aber der Sinn eines Apfels, kann für jeden verschieden sein. Ein Apfel kann für den einen Evas Sündenfall bedeuten, ein anderer sieht darin die Basis für einen Apfelkuchen, den seine Oma immer gebacken hat. So kann ein Mensch, der das alte Testament sehr ernst nimmt, in einem Apfel eine Teufelsfrucht sehen, während ein anderer nicht im Entferntesten daran denkt, dass an einem Apfel irgendetwas Schlechtes sein könnte.

Sollte ein Apfel zwischen diesen beiden Menschen einmal zu einer Diskussion führen, kann man absehen, dass sich beide in diesem Punkt niemals einigen würden, da beide Ansichten ihre Berechtigung haben, aber doch völlig verschieden sind und auch keine Schnittmengen haben. Nur wenn man sich darauf einigt, dass ein Apfel sowohl als auch sein kann, kann man eine endlose Diskussion umgehen.

Man muss also festhalten, dass die Wahrheitsfindung immer durch ein individuelles Weltbild geprägt ist und somit auch immer einzigartig ist. Eine absolute Wahrheit existiert nicht. Jedenfalls nicht, wenn es um den Sinn von Dingen geht.

Wenn es keine absolute Wahrheit gibt, wie kann man dann Gesetze entwickeln, die für jeden gelten?

John Rawls kreierte dafür das Gedankenexperiment um den Schleier des Nichtwissens. Nur ein absolut neutraler und objektiver Mensch kann Entscheidungen treffen, die für alle gelten. Mit dem Schleier ist also ein kognitiver Zustand gemeint, der alle Gedanken und Überlegungen ausschließt, die sich um den Ausgang einer Entscheidung drehen. Mit diesem Zustand ist es möglich eine Entscheidung absolut neutral zu treffen, da man alle eigenen Belange ausklammern kann. Dazu ein Beispiel.

Es muss eine Entscheidung gefällt werden über einen Baum der zwischen zwei Nachbarn steht. Die eine Partei möchte, dass der Baum gefällt wird, die andere Partei will, dass der Baum stehen bleibt. Da der Baum genau in der Mitte wächst, hat keiner der beiden Parteien ein mehrheitliches Vorrecht.

Damit derjenige, der die Entscheidung in diesem Fall trifft, diese Entscheidung auch wirklich unter dem Schleier des Nichtwissens treffen kann, darf er in keinem verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Verhältnis zu den beiden Parteien stehen. Dieser Grundsatz ist durch die Befangenheits Klausel (Recherche) abgedeckt. Weiterhin darf der Entscheidende selbst niemals so einen Fall erlebt haben, da ihn ein solches Erlebnis in seiner Neutralität beeinflussen könnte. Auch darf er keinen Nutzen durch die Entscheidung, die er trifft, haben. Dieser Nutzen ist manigfaltig auslegbar. So darf es keinerlei Bestechung geben, die die Entscheidung beeinflusst, auch das ist in unserem Rechtssystem berücksichtigt. Aber es darf auch keinen gedanklichen Nutzen geben, der den Entscheidenden beeinflussen dürfte. So wäre eine kleine Sympathie mit einer der Parteien schon zu viel, um den Schleier des Nichtwissens wahrlich aufrecht zu erhalten. Es würde schon ausreichen, dass der Entscheidende ein Sympathie für Bäume hätte und schon könnte er nicht mehr objektiv entscheiden.

Der Entscheidende dürfte auchnicht wissen, ob sich, nachdem er die Entscheidung getroffen hat, irgendetwas für ihn ändert und mag die Veränderung auch noch so winzig sein.

Durch den Schleier des Nichtwissens sind alle Bedeutungen, die der Entscheidende sich selbst zuschreibt vergessen, denn nur wenn man keine eigenen Belange in jedweder Art mitbedenken muss, kann man wirklich objektiv und fair beurteilen.

Die Theorie klingt gut aber wenn man alle eigenen Belange ausklammert

keine Bedeutung für sich selbst hat, kann man den Dingen an sich dann noch Bedeutung beimessen? Wie kann ich mir vorstellen, was ein Baum für jemanden bedeutet, wenn ich selbst keine persönliche Bedeutung für ihn habe? – noch bearbeiten

Es gibt also keine absolute Wahrheit und somit kann es auch keine absoluten Gesetze geben. Gerechtigkeit ist also immer nur ein Ausschnitt dessen, was zur Zeit der Definition von den Definierenden in Betracht gezogen wurde. Nur das, was zu dieser Zeit vorstellbar war und auch diejenigen selbst betraf oder schon mal betroffen hatte, konnte zum endgültigen Gesetz führen.

Gerechtigkeit ist also bestimmt von den Erfahrungen eines jeden. Was für mich nicht vorstellbar ist, kann ich auch nicht gerecht bewerten.

Hierin zeigt sich implizit das Drama der modernen globalisierten Welt. Zum einen wird natürlich immer mehr vorstellbar, was kein Drama sondern auch ein Gewinn ist, aber zum anderen heißt das auch, dass Urteile gefällt werden, deren Tragweite man nicht einschätzen kann, da man gar nicht alles kennen was dazu führt. So sagte schon Aristoteles, dass der Maßstab, nach dem eine Gruppe urteilt, von den sozioökonomischen Bedingungen, in welcher sie sich befinden, abhängt.

Wie kann ich beispielsweise gerecht über eine Kultur urteilen, die ich nicht kenne oder von der mir nur oberflächliche Fakten bekannt sind?

Existenziell wichtig für eine Gerechtigkeitsfindung ist es also, möglichst viele Fakten zu kennen und auch selbst ein möglichst offener und auch erfahrener Mensch zu sein, da ein Urteil sonst nicht gerecht ausfallen kann.

Leben wir in einer Demokratie?

Ist die Demokratie der westlichen Welt noch glaub- und vertrauenswürdig? Nach dem Brexit und der Wahl Donald Trumps zum neuen Präsidenten der USA hat die Demokratie in den Augen vieler an Wert verloren. Trotz demokratischer Wahlen, in der sich die Mehrheit für den Brexit und Donald Trump entschieden haben, schlagen allerorts Menschen die Hände über dem Kopf zusammen und beschwören angesichts dieser Ereignisse den Niedergang der Demokratie herauf. Wie nur konnten die Wähler es zulassen, dass solch unvernünftige Entscheidungen getroffen wurden, heißt es.

Auch in Deutschland hadert man mit den Meinungen von Teilen der Bevölkerung, insbesondere den AfD-Wählern. Wenn sich so viele Wähler auf diese „Bauernfänger“ einlassen, kann man ihnen dann überhaupt noch eine Wahl anvertrauen? Manche Politiker zweifeln an der Mündigkeit der Wähler oder appellieren an sie, die eigene Stimme nicht zu verschenken an eine Partei wie die AFD.

Schon vor Jahren hatte der damalige Frankfurter FDP-Chef Dirk Pfeil seine Zweifel an der Wahlmündigkeit der Wähler artikuliert. In einem Interview sagt er der Frankfurter Neuen Presse: „Es ist schlimm, dass die Mehrheit der Bevölkerung keine politische Bildung genossen hat. Die Masse ist meinungslos, sprachlos.” Auf die Frage, ob die Wähler zu ungebildet sind, um die FDP zu verstehen, antwortet er: „Die Masse ja.” Außerdem verzweifle er „am mangelnden Willen der Wähler, sich ein bisschen schlauer zu machen.

Zunehmend gilt der Wähler als wahlunmündig. Er informiert sich nicht und verschenkt seine Stimme an Populisten. Dabei sind es meist nicht alle Wähler, die in Verdacht stehen, „falsch“ zu votieren. Es sind bestimmte Gruppen die verantwortlich gemacht werden für das Übel. Schuld sind die Alten und Ungebildeten, sowohl an der AfD als auch am Brexit und an Donald Trump. Analysen, die Aufschluss darüber geben, wer wen wählt, sind populär wie nie. Das Interesse daran wächst und es scheint, als würde verzweifelt nach einem Sündenbock gesucht, der für diese politischen Entwicklungen verantwortlich gemacht werden kann.In sozialen Netzwerken und auch in der Öffentlichkeit ist das Bashing der vermeintlich Schuldigen groß. AfD-Anhänger werden von Profilen in den Sozialen Medien verbannt und bei öffentlichen Veranstaltungen der AfD beschimpft und bedrängt.7Trump- Anhänger werden erst recht geächtet, so wie im Falle eines Essener Burgerbuden-Betreibers. Ihm gehen die Kunden aus, seit er öffentlich Trump seine Sympathie erklärt hat.8Es gibt in den Augen vieler zwei Arten von Wählern: gute und schlechte. Die Guten klopfen sich auf die Schulter und loben sich dafür, das einzig Richtige zu tun. Die Bösen werden beschimpft, ausgeschlossen und zur nationalen Bedrohung hochstilisiert. Mittels eines Sündenbocks lassen sich alle Probleme leicht erklären. Wie es allerdings zu den Problemen gekommen ist und was sich dagegen tun ließe, bleibt dabei aus. Die Ursachen für genannten Wahlentscheidungen werden zwar von den Medien immer wieder thematisiert, ein Umgang damit aber nicht oder nur zögerlich gefunden.9Sowohl bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl wie auch beim Brexit resultierte die Entscheidung auch aus verletzten Gemütern und einen über jahrzehntelange entstandenen Verdruss über Politik und die Landesführung. Viele fühlten sich von der etablierten Politik nicht repräsentiert und verstanden. Sie hatten das Gefühl bei politischen Alleingängen des Staates übergangen zu werden, wie im Beispiel der Flüchtlingskrise (die auch genutzt wurde, um in Großbritannien und in den USA Stimmung gegen Einwanderer zu machen).10Das hatte ein Großteil der Bevölkerung satt. Protest wurde laut und wenn einzelne Stimmen nicht gehört werden, suchen sie sich einen, der ihnen eine Stimme gibt. Ungeachtet dessen, ob dieser dann auch in Gänze fähig und willens wäre, die Interessen dieser Stimmen durchzusetzen. Die jahrelang entstandene Wut verlangte nach Entladung und daher war es sowohl für die Brexit-Frontleute als auch für Donald Trump ein Leichtes, dieser Stimme Gewicht zu verleihen. Sie sprachen dem wütenden Bürger mit ihren Worten und ihren Argumenten aus der Seele und bekamen den Zuspruch jener, die sich jahrelang nicht gehört und beachtet fühlten.

Die jeweilige Wählermehrheit mag als wütend und verdrossen beschreiben, als dumm und ungebildet sollte man sie nicht betrachten. Sie wollten wieder eine Stimme haben, sie wollten etwas bewegen können, und sei es durch eine sehr kontroverse Entscheidung.

Statt der Mehrheit abzusprechen, wahlfähig zu sein geht es vielmehr darum, die Bürger mehr in demokratische Entscheide mit einzubinden. Viel früher und transparenter und nicht erst dann, wenn nichts mehr zu retten ist. Eine Demokratie kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten eine Stimme haben und die Entscheidungen im Sinne der Mehrheit getroffen werden.

Wenn sich wichtige Teile des Volkes nicht richtig vertreten fühlen, rächen sie sich, und es ist an der Politik, ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Aber wie kann das gehen? Jeder Staat legt Demokratie anders aus. In der Schweiz gibt es eine direkte Demokratie. Die Stimmbürger aller Gemeinden, Kantonen und Bundesstaaten gelten als oberste Gewalt und entscheiden in Sachfragen abschließend. Viermal jährlich finden Volksabstimmungen statt, in welcher die Bürger in bis zu zehn Entscheiden über Sachfragen, Gesetze und auch über Haushaltsvorschläge abstimmen können. Die direkte Demokratie gehört zu den eine der beliebtesten Grundlagen des Schweizer politischen Systems.

Direkte Demokratie wird attraktiv. Das Bedürfnis der Bürger nach mehr Selbstbestimmung in politischen Fragen wächst. Auch andere Länder lassen vermehrt Sachverhalte per Volksentscheid zu. Der deutsche EU-Parlamentsabgeordnete und Mitbegründer des Vereins „Mehr Demokratie”, Gerald Häfner (Grüne) befürwortet diese Entwicklung. Er sieht aber auch die Schwachstellen in den Volksentscheiden anderer Länder. Denn worüber abgestimmt wird, wird von oben entschieden, während in der Schweiz fakultative Referenden und Volksinitiativen von den Bürgern ausgehen. Über welche Themen abgestimmt wird, liegt hier nicht in den Händen der politischen Repräsentanten. Nach Häfner kann direkte Demokratie nur funktionieren, wenn sowohl der abzustimmende Sachverhalt als auch die Abstimmung vom Volk ausgeht oder ausgehen kann. Volksabstimmungen wie sie z.B. in Großbritannien durchgeführt wurden, sind in seinen Augen nur ein taktisches Mittel zur Bestätigung der Machthabenden und haben mit wirklicher Mitbestimmung der Bürger wenig zu tun. Auch der Politikwissenschaftler David Altmann sieht in dieser Art der Volksabstimmung eher einen schädlichen als einen wirklich demokratischen Geist.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Brexit. David Cameron, ein Mann dem sein politischer Aufstieg mit Hilfe seines Europa Skeptizismus gelang, der aber eigentlich ein Modernisierer sein wollte. Seine europaskeptische Partei hat ihm zu dem verholfen was er geworden war, mit Parteivorsitz in Brüssel. Er konnte nicht einfach kehrt machen und sagen “Europa ist eine super Sache”. Er war seiner Partei etwas schuldig. Als der Druck zu hoch wurde, tat er was wohl jeder tut, der in die Enge getrieben wird. Er versuchte sich daraus zu befreien und das tat er mit einem, in seinen Augen, sicheren Mittel, denn es war nicht damit zu rechnen, dass dieser Umstand wirklich jemals eintreten würde. Er gab das Versprechen, sollte er alleiniger Entscheider sein, würde er ein Referendum aufstellen über den Verbleib Großbritanniens in der EU. Aber es kam alles anders. Er hatte weiterhin Erfolg, die Konservativen gewannen die absolute Mehrheit und Cameron war Alleinentscheider. Nun musste er sein Versprechen einhalten und das Referendum zu lassen.

Als es Cameron zu viel wurde, sprang Boris Johnson auf den Brexit auf und auch er nutzte diesen für seine Zwecke. Beide, Cameron und Johnson hatten nicht damit gerechnet dass ihr Volk  wirklich mit einem “Ja” stimmen könnte. Aber sie taten es!

David van Reybrouck, ein belgischer Historiker und Gegner des westlichen Wahlsystems, sieht im Brexit das demokratische Versagen der momentanen Form der Demokratie. Politiker die politische Entscheidungen instrumentalisieren für ihre eigenen Zwecke, Medien die nicht richtig aufklären und ein Volk das frustriert ist von der herrschenden Politik. Sie lassen sich fangen von Populisten, die ihnen sagen was sie hören wollen, richtige Inhalte kommen aber nicht an bei den Wählern. So treffen sie eine Wahlentscheidung  mit ungenauer Wissensgrundlage. Van Reybrouck sieht in den vorherrschenden demokratischen Wahlen ein primitives Instrument. Er sieht die Macht nicht beim Volk, sondern bei den Medien und den Parteien. Die Medien beeinflussen und prägen die politischen Debatten und die führenden Parteien nutzen ihren Hoheitsanspruch aus. Mit Nähe zum Bürger hat das wenig zu tun, zumal Parteien und Bundespolitiker nicht vertrauenswürdig erscheinen. Das Vertrauen in die deutschen Spitzenpolitiker bewegt sich prozentual gesehen im einstelligen Bereich.14Mehr Vertrauen wird den Landespolitikern entgegengebracht. Man kann mutmaßen, dass das auch an der direkten Nähe zum Bürger liegt.

Auf Bundesebene werden Wähler in van Reybroucks Augen wie „Wahlvieh“ behandelt. Sie sollen ihre Stimme abgeben, werden aber den Rest der Legislaturperiode nicht für voll genommen. Wähler sollten aber wie Erwachsene behandelt werden, nur dann fühlen sie sich auch ernst genommen und es kann eine wirkliche Macht vom gesamten Volk ausgehen.

Mit G1000 hat van Reybrouck ein Wahlsystem gegründet, was auf Rousseau und Montesquie zurückgeht. Das System funktioniert durch Losentscheid. Van Reybrouck hat es bereits getestet. In einem offenen Verfahren, dass online ausgetragen wurde und an dem alle Bürger Belgiens teilnehmen konnten, wird die Tagesordnung bestimmt. Die Punkte werden somit mehrheitlich entschieden und nicht von den Organisatoren vorgegeben. Nach Abschluss der Umfrage wurden 1000 Menschen eingeladen, um auf einer Tagung über die beschlossenen Themen zu diskutieren. Ausgewählt wurden Menschen aus allen Schichten, ungeachtet welchen Hintergrund und Lebensweise sie hatten. Mediatoren leiteten die Diskussion, so das alle Meinungen gehört wurden und mit in die endgültige Entscheidung mit einfließen konnten. Es war ein erfolgreiches Unterfangen, auch wenn nur 700 der 1000 Ausgewählten erschien. Arbeiter, Akademiker und Obdachlose saßen zusammen und berieten über Themen wie den Sozialstaat, Migration und andere politische Themen und das in respektvollem Miteinander. Für alle Teilnehmer war es eine außergewöhnliche Erfahrung, die sie sicher zum Nachdenken brachte.15Mit der Politik ist es ein bisschen wie mit der Schule. Lernen ist etwas ganz Natürliches,was jeden Menschen erfüllt und erfreut, wenn er es in einem anregenden Umfeld tun kann. Politik und somit Entscheidungen die über die Geschicke der Gemeinschaft abstimmen ist ebenfalls etwas ganz Natürliches und Spannendes, wenn man alle Beteiligten mit einbezieht, ihnen eine Stimme gibt. Wenn man die Stimmen aber kastriert und sie immer wieder enttäuscht, dann verlieren sie ihre Lust daran, konstruktiv mitzuwirken, wie es von ihnen verlangt wird. Es geht also darum, den Ausgangszustand wieder herzustellen. Jeder sollte tun dürfen was ihm zusteht. Nur so ist es möglich die Gesellschaft als Ganzes zu heilen, wie es der Philosoph Kwasi Wireda ausdrückt.

1https://www.welt.de/politik/deutschland/article157651667/Wie-die-AfD-von-der-Panik-der-Parteien-profitiert.html

2

3http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/brexit/wahl-analyse-die-alten-waehlten-den-brexit-14301861.html

4http://www.spiegel.de/politik/ausland/ergebnis-us-wahl-2016-jung-waehlt-clinton-alt-waehlt-trump-a-1120396.html

5http://www.spektrum.de/news/wer-waehlt-die-afd-und-warum/1423189

6https://causa.tagesspiegel.de/politik/wie-zuverlaessig-sind-meinungsumfragen-noch/gute-meinungsforschung-schlechte-meinungsforschung.html

7https://www.welt.de/politik/deutschland/article162542799/Wahlkampf-Auftakt-wird-zum-Spiessrutenlauf-fuer-AfD-Anhaenger.html

8http://www.focus.de/kultur/kino_tv/geht-er-bald-pleite-nach-trump-bekenntnis-essener-burger-laden-chef-laufen-die-gaeste-davon_id_6651335.html

9http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kanzlerin-angela-merkel-will-staerker-auf-afd-waehler-zugehen-14212858.html

10http://www.stern.de/politik/deutschland/angela-merkels-alleingang-in-der-fluechtlingspolitik-und-seine-folgen-7033820.html

11http://www.planet-wissen.de/kultur/mitteleuropa/urlaubsland_schweiz/pwiedirektedemokratieinderschweiz100.html

12http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/schweiz/Direkte-Demokratie-liegt-im-Trend;art9641,955343

13https://www.welt.de/politik/ausland/article156514452/Wie-David-Cameron-versehentlich-Europa-opferte.html

14https://de.statista.com/statistik/daten/studie/191776/umfrage/vertrauen-in-politiker/

15http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/david-van-reybrouck-die-rolle-der-lobbyisten-in-bruessel/9941860-2.html

Was Männer „wollen“


Wenn man einen Mann will muss man sich über 2 Dinge klar werden: will ich nur Spaß oder will ich mich binden? Ein “Vielleicht” wird nicht funktionieren, denn Männer verstehen nur das eine oder das andere. Wer keine klaren Angaben macht und sich leicht zum Spaß hinreißen lässt, der wird für eine Beziehung nicht mehr in Betracht. Denn, reicht man einem Mann erst den kleinen Finger in Sachen Sexualität, reißt er gleich den ganzen Arm und den Rest auch noch an sich. Und ein Zurück gibt es dann nicht mehr.

Männer funktionieren einfach, dass weiß jeder seit langem, aber Frauen neigen dazu mehr in das Verhalten der Männer hinein zu interpretieren als da ist. Sie denken zu sehr in ihren eigenen Mustern. Sie suchen die eigenen Wünsche und Träume im männlichen Gebaren, werden aber oft enttäuscht weil nicht eintrifft was sie sich vorstellen.

Männer funktionieren nicht wie Frauen, sie sind nicht gut darin viele Dinge zu vereinen. Ein Mann ist in der Regel klar strukturiert und braucht somit klare Angaben. Die versteht er und kann dann auch damit umgehen.

Was er hingegen nicht kann, ist sich wirklich klar darüber zu sein was er will. Männer wünschen sich eine Mutterfigur, beste Freundin und eine geile Schlampe mit der es im Bett keine Grenzen gibt. Das Problem ist nur, sie wollen nicht eine einzige Frau dafür, nur das gestehen sich die wenigsten wirklich ein.

Männer teilen Frauen gerne in 2 Kategorien ein: Jungfrau Maria und Mata Harie. Die Frau die ihre Kinder bekommen soll, muss anständig sein und ihr soziales Leben sichern, gleicht also einer Jungfrau Maria. Die Mata Harie symbolisiert das Abenteuer und die geistige Herausforderung. Hier wollen sie spielen und sich ausleben. Als Frau ist man entweder das eine oder das andere und darüber sollte Frau sich bewusst sein.

Wenn man einem Mann frühzeitig zeigt, dass man Spaß am Sex und das auch nach außen zeigt und lebt wird er wahrscheinlich nicht mehr die Jungfrau Maria in einem sehen und somit sind die Weichen gestellt. Ist man einmal einsortiert in eine Schublade ist es schwer dort wieder rauszukommen. Menschen lieben ihre Schubladen und tun sich schwer damit sie erneut zu öffnen und neu zu sortieren, gerade dann wenn eine Verknüpfung mit einem emotionalen Moment bereits gegeben ist. Und, wie jeder weiß, ist Sex ein starker Impuls des Mannes und mit viel Leidenschaft verknüpft. Und einen liebgewonnen Gedanken lässt man nicht mehr gern los.

 

Ich glaube viele Männer sind in ihrem Denken noch sehr viel altmodischer als sie jemals zugeben würden. Sie verurteilen zwar religiöse Denkweisen wie die des Islams, die aus ihren Frauen ein Objekt konstruieren das bestimmten Regeln folgen muss um akzeptiert zu werden und alle, die diesen Regeln nicht folgen ein Verstoß droht, aber im Prinzip betreiben sie nur eine entschärfte Variante der Symbolisierung der Frau. Das Ergebnis unterscheidet sich nur im Ausmaß des Umgangs. Hier werden die Mata Haries zwar als Menschen akzeptiert aber als Frauen an sich missachtet und benutzt. Sie haben die Rolle des illustren Zeitvertreibers, des Aufmunterers, der Hure, des Zuhörers, des Psychologen. Sie sollen all das ausgleichen, was im Alltag fehlt, werden aus dem realen Leben aber ausgeschlossen. Sie sind die Traumreisen in ein perfektes Leben, in denen der Mann der Kerl sein kann, der er insgeheim gerne wäre. Wo ihm keiner vorschreibt was er zu tun und zu lassen hat. Wo er einfach  tun und lassen kann wonach ihm ist, ohne Rücksicht auf Verluste. Hier findet er seine Katharsis, seine Entladung von all dem Ärger und Unterdrücktem aus dem Alltag. Flucht vorm ständigen Benehmen müssen, vorm Zusammenreißen, vorm Ärger Runterschlucken, vorm Tun was einem gesagt wird, vorm nicht ernstgenommen werden, vorm Funktionieren müssen. Und da eine Mata Harie in seinen Augen keine richtige Person ist, da sie zum Objekt symbolisiert wird, gelten für sie auch nicht die gleichen Regeln, die für andere Frauen gelten. Verpflichtungen gibt es nicht und auch das Benehmen ändert sich. Es geht ihm schließlich nicht um sie, sondern darum seinen Spaß zu haben, was auch immer dafür nötig ist.

Es hört sich böse an, denn in den Momenten in denen Mann mit Mata Harie zusammen ist oder an sie denkt, ist sie ihm wichtig, sehr sogar aber mehr als irrealer Traum nicht als Realität. Sie bleibt für ihn die Flucht, denn er weiß im Alltag kommt es auf andere Dinge an. Und für den Alltag hat er seine Jungfrau Maria, die reine Frau, die seine Kinder gebärt und die ihm ein sozial anerkanntes Leben bietet und auch für ihn organisiert. Das er dabei seine Männlichkeit über Bord wirft nimmt er in Kauf, da ihm die soziale Anerkennung vordergründig wichtiger ist als sein persönliches Wohlbefinden. Der schöne Schein mit gutem Job, Kinder, Haus, Hund und Frau ist ihm eingeimpft und so in Mark und Bein übergegangen, dass er meistens gar nicht merkt, wie sehr im die Selbstverwirklichung fehlt. In seinen schwachen Momenten begehrt dieses Gefühl in ihm auf, verlangt Beachtung und will befriedigt werden. In diesen Momenten wendet er sich an eine Mata Harie, ist wie er es eigentlich immer gerne wäre, umgarnt sie, ist aufmerksam, damit sie ihm das gibt, was er in seinem Alttag nicht erhält. Es ist wie ein Rausch in dem sich diese kurzen Beziehungsmomente vollziehen. Manchmal dauern sie nur einige Minuten, manchmal auch Stunden oder sogar Tage. Aber sie sind vorübergehend und genau darauf kommt es ihm an. Denn er schafft es gar nicht solange er selbst zu bleiben. Sobald sich seine Großhirnrinde und somit sein Bewußtsein wieder einstellt, fällt ihm wieder ein woraus sein Leben denn eigentlich besteht. Das er gar nicht dazu in der Lage ist auf seinen ganz eigenen Füßen zu stehen, dass es soviel in seinem Leben gibt von dem er abhängig ist und das ist maßgeblich auch seine Frau. Somit wird er sich wieder entziehen und reumütig zu seiner Frau zurück kriechen um einige Tage oder Wochen den perfekten Ehemann zu geben. Teils aus Schuldgefühl, teils aus Dankbarkeit, dass alles so weitergeht wie gehabt. Aber es wird nicht ewig dauern, bis sein Begehren zurückkehrt und er sich nach seiner Mata Harie zurücksehnt.

 

Für alle Mata Haries: lasst Euch nicht ausnutzen, benutzt und spielt selbst! Lasst Euch nicht einreden ihr seid falsch, nur weil ihr dem gesellschaftlichen Zwang eines längst überholten monotheistischen und patriarchalischen Konstruktes nicht folgen wollt!! Und grämt Euch nicht wenn ihr keinen Mann an eurer Seite habt. Ihr seid stark!! Viel stärker als die meisten anderen um Euch herum. Denn ihr schafft, was Nietzsche zu Recht forderte: werdet Euer eigener Übermensch! Seid unabhängig und verantwortlich für Euch und Euer Leben. Habt kein Verlangen nach einem Gott oder anderem, der über Euer Leben richtet und Euch sagt was Richtig oder Falsch ist. Alles was ihr braucht tragt ihr in Euch selbst. Ihr seid Euch selbst genug. Vielleicht nicht immer, aber doch soviel dass Euch Eure Überzeugung wichtiger ist, als irgendwelche gesellschaftlichen Regeln. Seid stolz, dass Ihr so seid und lasst Euch nicht einreden Ihr macht etwas falsch. Ihr seid konsequent und stark genug Eurer Überzeugung zu folgen und alleine das sollte Euch immer wieder zeigen, wer hier einem Irrweg folgt!

 

Abschließend möchte ich noch die Allgemeingültigkeit meiner Ausführung ausschließen. Nicht alle Männer sind so! Aber ich wollte diese Art männlichen Verhaltens einmal ausführen, da es doch viele Männer gibt die sich so verhalten und Frauen damit in den Wahnsinn treiben. Auch Frauen haben ihre kuriosen Seiten und bei Zeiten werde ich auch dieses Verhalten ausführen aber mit irgendwas muss man ja anfangen nicht wahr :).

Vom verlorenen Körpergefühl und vom inneren Kapitalismus

Was ist mit den Menschen der westlichen Welt geworden? Oder eher aus ihrem Gefühl zu sich selbst? Das eigene Körpergefühl scheint aus der Mode geraten zu sein (wenn es überhaupt jemals in Mode war). Es geht nicht mehr darum sich wirklich wohlzufühlen, sondern darum möglichst viel zu tun, was den Stempel Wohlfühlcharakter hat. Immer getreu nach dem Motto; je mehr, je besser.

Dazu habe ich heute morgen in der Süddeutschen gelesen: „Todesursache Wasser trinken“ und „Gereizt, gerissen, verspannt-Trendsport Yoga und seine Risiken.“

Beide Artikel belegen grandios wie gerade angeblich Körper bewusste Menschen sich und ihr eigenes Wohlbefinden völlig aus den Augen verloren haben. Im 1. Artikel ging es um Marathon Läufer, die so viel Wasser trinken, dass ihr Körper überschwemmt wird vom Wasser. Durch den so entstehenden Salzmangel kann Wasser ungehemmt in die Zellen schwemmen und diese anschwellen lassen. In Fachsprache nennt man das Hyponatriämie. Wenn diese Flüssigkeitsverschiebung auch das Gehirn betrifft, kann es zu einem Hirnödem mit steigendem Hirndruck kommen, was zum Tod führen kann.

Im anderen Artikel ging es darum, dass Menschen durch Yoga starke Schmerzen bekommen. Durch entzündete Nerven und überstrapazierte Bänder. Yoga als exzessiv Sport. Exzessiv zur Entspannung und inneren Gelassenheit quasi. Dass das ein Trugschluss ist, sollte jedem klar sein – ist es aber nicht.

Beide Artikel beschäftigen sich mit sportbegeisterten und gesundheitsbewussten Menschen. Denn beide Gruppen handeln im festen Glauben etwas Gutes für ihren Körper zu tun. Der Marathon Läufer will durch die extremen Mengen Wasser der Entwässerung des Körpers, durch die Extrembelastung vorbeugen. Denn wir alle haben ja gelernt, dass man dem Körper viel Wasser zuführen muss und das vor allem bei besonderen Belastungen. Wenn der Körper einer Extrembelastung ausgesetzt wird scheint dann die logische Schlußfolgerung zu sein: Lieber zu viel als zu wenig.

Ein ähnlicher Ansporn scheint auch jene Yoga-Begeisterte gepackt zu haben, die sich statt der erhofften Erholung und Entspannung, Muskelrisse und Verspannungen zuziehen. Sie können den Sport nicht mehr als das betrachten, was er eigentlich sein soll. Sie finden in ihm nicht den Weg zur geistigen und körperlichen Mitte, sondern erleben in ihm nur das Gleiche was bereits im Alltag vorherrscht – nur was man exzessiv betreibt, kann auch den erwünschten Nutzen bringen. Und in beiden Fällen ist den Menschen etwas ganz Entscheidendes abhanden gekommen: ihr eigenes Körpergefühl! Der gesundheitsbewusste Mensch von heute hört nicht mehr auf sich selbst, sondern auf das, was ihm Ratgeber, Fachzeitschriften, Life Style Magazine oä. anpreisen. Viel trinken ist gesund also kann noch mehr ja absolut nicht verkehrt sein. Die eigene Stimme, eigene Signale werden ausgeblendet und übergangen: „Körper halt die Klappe, ich tu dir gerade was Gutes.“

Mir bleibt immer die Luft weg, wenn ich von Fällen wie diesen höre oder lese. Gerade wenn es um Leute geht, die im festen Glauben sind sich gerade etwas Gutes zu tun. Es ist ein Sinnbild unserer Leistungsgesellschaft, in der es vor allem darum geht eben nicht auf sich selbst zu hören, sondern auf das, was einem gesagt wird. Blindes Befolgen von Regeln, die einem gesetzt werden.

Das Perfide ist, dieser Leistungsdruck kommt heute nicht mehr nur noch aus den Mündern der anderen. Es geht nicht mehr nur noch darum, was andere von einem erwarten sondern vor allem was man von sich selbst erwartet. Dazu braucht es keine Chefs, Kollegen, Freunde oder Familie die einem diesen Floh ins Ohr setzen. Nein, das ganze spielt sich mehr und mehr in den eigenen Köpfen ab. Getrieben vom medialen Wahn der individuellen Optimierung. „Ich will nicht nur eine gute Arbeit mit super Aufstiegschancen haben, ich will auch selbst immer weiter aufsteigen, mit meinen Hobbys mit meinen Kindern, mit meinem Körper, mit meinem Geist.“ Das Credo des Kapitalismus ist auch in den Köpfen der Menschen angekommen – nur durch stetiges Wachstum kann das System bestehen. Stillstand kann nicht geduldet werden, bzw. bringt das System zum Erliegen. Also muss man sich weiter optimieren, weiter wachsen und weiter konsumieren und genau wie im Kapitalismus bleiben grundlegende Ressourcen auf der Strecke; in diesem Fall das Gefühl für sich selbst. Geopfert für den stetigen Aufstieg. Anfangs ist es leicht dieses Opfer zu bringen, denn es wehrt sich nur zaghaft. Erst mit der Zeit wird es massiver, bis es sich in die Unerträglichkeit hineinsteigert. Aber bis dahin verbindet man dieses Unerträgliche schon gar nicht mehr mit seiner eigentlichen Ursache. Man hat dann also eine Wirkung dessen Ursache einem gänzlich fremd ist und schon sind wir angekommen, bei den Leiden des 21. Jahrhunderts. Da braucht es gar keine akuten Manifestationen wie eine Hyponatriämie oder eine gerissene Sehne. Hier geht es um die Volkskrankheiten der heutigen Zeit Depressionen, Migräne, Süchte und was man noch alles auf Überanstrengung und Überreizung zurückführen kann.

Was also tun um einen Weg zu sich zurückzufinden, wenn selbst die eigentlichen Entspannungsbringer wie Yoga nicht mehr funktionieren? Es ist eigentlich ganz einfach und doch scheint es für viele unerreichbar. Es geht hier eben nicht darum, Leistung zu bringen! Kontakt zu sich selbst herstellen sollte das Ziel sein. Aber vielleicht ist es auch genau das, wovor viele Angst haben. Denn das hieße, dass sie sich unter Umständen ändern müssten und sie haben doch alles dafür getan, um sich dahin zu bringen, wo sie jetzt sind. Und so schließt sich der Kreis aus Wachstum und Selbstoptimierung der vergessen will, dass alles endlich ist und zum Wachsen auch öfter mal die Stagnation gehört.

 

Die Angst vor Weiblichkeit

„Weiblichkeit ist die Eigenschaft, die ich an Frauen am meisten schätze.“

Oscar Wilde

Oscar Wilde bringt so treffend auf den Punkt, was viele völlig vergessen zu haben scheinen. Denn wahre Weiblichkeit mit all ihren Facetten, ist nicht gerne gesehen. Man kann sogar sagen, dass sie gefürchtet ist. Diese Gesellschaft hat Angst vor Weiblichkeit! Das mag zwar keiner offen zugeben aber erst am Wochenende durfte ich mal wieder eine gänzlich andere Erfahrung machen. Denn wenn ich ausgehe, liebe ich es mich zurechtzumachen. Kleidung anzuziehen, um mich selbst mit Blicken vor dem Spiegel wieder auszuziehen. Ich liebe es einfach eine Frau zu sein und ich weiß nicht, warum ich mir das verbieten sollte. Aber es gibt viele, die das anders sehen.

Ich ging mit einer Freundin in eine Bar und irgendwann stand ein Typ neben uns und quatschte uns an. Durch diesen Umstand lernten wir auch seine beiden Freunde kennen und verfielen mit allen Dreien in ein sehr anregendes Gespräch. Irgendwann kam dann das Thema auf mein Äußeres, was an diesem Abend sehr körperbetont war aber bis auf den verlängerten Hals alles bedeckte. Es war also noch nicht mal wirklich ein freies Dekolleté zu sehen. Aber mein Gesprächspartner, nennen wir ihn Alex, war sichtlich irritiert über die Kombination meines Äußeren und meinem offensichtlichem Intellekt. Man kann sagen, dass er fast empört war, weil diese beiden Attribute so gar nicht zueinanderpassten in seinem Weltbild. Er verfiel dann in einen Appell an mich, ich müsste mich doch anders kleiden, um auch von intelligenten Menschen ernst genommen zu werden. Ich konnte nur erwidern, dass die Menschen, die mich kennen lernen schnell merken, dass ich nicht dem gängigen Klischee entspreche attraktiv und sexy = blöd. Und auch das ich stolz darauf bin, dass es genau so ist. Aber das schien ihm nicht Argument genug zu sein. Er bewunderte das zwar auf eine Weise aber wirklich annehmen konnte er es nicht, hatte ich das Gefühl.

Es ist schon ein Phänomen, in einem so aufgeklärtem Zeitalter zu leben und immer noch mit solchen altertümlichen Klischees konfrontiert zu werden. Und das ist absolut kein Einzelfall sondern, soweit ich das einschätzen kann, immer noch die Regel und das auch weltweit. Emanzipation hat zwar so weit stattgefunden, dass Frauen wirtschaftlich und intellektuell akzeptiert werden aber auch nur so lange sie sich an die Konventionen der Männer halten. Und dieser Umstand macht mich wirklich traurig, denn daran sind sowohl Männer als auch Frauen mitschuldig. Männer haben die Regeln vorgegeben und Frauen halten sich daran, ohne diese Regeln in Frage zu stellen.

Die Frauen haben sich emanzipiert. Das ging aber nur durch Anpassung an die Männer. Sie haben ihre Kleidung angepasst, ihre Ernsthaftigkeit und auch die Ausdrucksform ihres Intellekts. Nur so konnten sie sich eine Gleichstellung erarbeiten. Frauen erhalten jetzt ihre Gleichstellung aber nur solange sie ihre Weiblichkeit zu Hause lassen, oder am besten gar nicht mehr raus holen. Es ist faszinierend aber so läuft es wohl nach wie vor in vielen Teilen der Welt. In Kulturen in denen Frauen zu ihrer Weiblichkeit stehen und sie offen zeigen, werden sie nicht gleichberechtigt behandelt, so zum Beispiel in Russland. Verstecken Frauen aber ihre Weiblichkeit, werden sie akzeptiert und können am großen Weltenspiel mitmischen, wie es beispielsweise hier in Deutschland der Fall ist.

Weibliche Attribute zur Schau stellen, wird immer noch als Instrumentalisierung gewertet. Frauen zeigen aus keinem anderen Grund ihre Vorzüge, als sie als Waffe einzusetzen. Um einen Mann zu ködern, um die Sinne der Männer zu vernebeln. Eine Frau wird auf ihre Optik reduziert, sobald sie ihre Reize zur Schau stellt.

Aber warum muss das denn so sein? Kann man in einer aufgeklärten Zeit wie heute solche Konventionen nicht über Bord werfen? Anscheinend gelingt das nach wie vor nur wenigen. Denn das Bild einer Frau ist klar definiert und das seit Jahrtausenden. Nicht erst das Christentum hat ein Bild für Frauen kreiert, dass sie in 2 Lager aufspaltete. Wollte eine Frau anerkannt sein, sollte sie der Jungfrau Maria gleichen. Keusch, sittsam, bescheiden, mütterlich und ohne eigene Bedürfnisse. Ihr gegenüber stand das Bild der frivolen, leidenschaftlichen, sexuellen und somit alles verschlingenden Frau. Dieses Bild könnte man mit Lilith vergleichen. Ein zügelloser Dämon, der Männer verführt und Kinder tötet. Denn die weibliche Sexualität war gleichgesetzt mit dem Bösen. So mussten Frauen ihre Weiblichkeit verdrängen so weit es möglich war, um Anerkennung zu erlangen in einer Männer dominierenden und bestimmenden Welt.

Die Lust erfuhr sehr früh einen Affront und als Verursacher der Lust galt die Frau. Ihre weiblichen Reize erregten den Mann und lenkten ihn von seinem „eigentlichen“ Wirken ab. Der Mann aber galt als das Ebenbild Gottes, sein Dasein galt einem höheren Sinn. Sokrates prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der Mäeutik, der Hebammenkunst. Damit war das Hervorbringen von Erkenntnissen gemeint und die wurden mit geistigen Kindern verglichen (diese Kinder waren unsterblich, die der Frau dagegen nicht). Männer hatten in diesem Weltbild den Sinn geistig zu wirken, die Frau galt dem Nachwuchs. Übertragen hieß das auch, der Mann stand für das Unsterbliche, die Frau für das Sterbliche. Sie war es, die zwischen ihm und der Gottgleichheit stand und sie war es auch, die ihn dazu bringen konnte schwach zu werden. Indem sie ihn durch ihre Reize anzog und ihm die Sinne betäubte. Was galt es also einzudämmen? Die Macht der Frau über den Mann und die lag eindeutig in der Lust, die sie in ihm erzeugen konnte.

Dieses ganze Spiel der weiblichen Unterdrückung ist ein Spiel um Lust und Macht. Die Lust wurde verbannt und somit auch ein Teil des Menschen an sich. Die Lust bahnte sich ihre Wege aber die Auswüchse ihrer Unterdrückung sind für uns alle noch spürbar, auch wenn schon ein langer Weg ihrer Befreiung hinter uns liegt. Was wir aber noch nicht überwunden haben, ist die Lust als Teil eines Ganzen zu begreifen. Wenigstens nicht in ihrer Visualisierung. Denn was offensichtlich Lust zeigt, erhält nach wie vor den Stempel des „Bösen“ oder des nicht Kontrollierbaren. Und es erfährt eine Objektivierung. Was erregt kann nicht menschlich sein. Es wird abgespalten und zu etwas erklärt, was mit dem realen Leben wenig zu tun hat. Es wird in eine Traumwelt verbannt, auf die jeder zugreifen darf, die aber niemand gänzlich in sein Leben lassen darf. Menschen, die diese Traumwelt besiedeln, also jene die sich zu Objekten der Lust machen (machen lassen) werden aus der Realität verdrängt, haben in den Augen vieler keine wirkliche Daseinsberechtigung als Mensch. Als Lustobjekt ja, aber nicht als Mensch mit Bedürfnissen.

Und da das Lustobjekt Nr. 1 nach wie vor die Frau ist, gilt dieses Prinzip vor allem für uns Frauen. Wir haben also immer noch die Wahl, wofür wir uns entscheiden. Entweder wir eifern der Jungfrau Maria nach oder Lilith. Das heißt gleichzeitig, dass wir uns entscheiden müssen für Gleichberechtigung und Anerkennung oder dafür nur als Objekt angenommen zu werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Frauen in diesem Land darauf verzichten ihre Reize offen zur Schau zu tragen. Und die „Verhüllungsquote“ steigt mit der Bildung und dem Intellekt. Denn intelligente Frauen wollen nicht zum Objekt „degradiert“ werden. Sie wollen ernst genommen werden und das werden sie, wenn sie sich an die Jahrtausende alten Konventionen halten.

Und ich finde diesen Zustand wirklich und wahrhaftig zum Kotzen und dulde es weder, noch halte ich mich an diese Konvention!!! Ich lasse mir nicht verbieten, mich zu entschärfen, nur damit ich in das Bild einer Patriarch geprägten Gesellschaft passé! Die Menschen sollten begreifen, auf welchen Konstrukten ihre Überzeugungen aufgebaut sind, dann würden sie vielleicht nicht so zwanghaft daran festhalten. Das Neue wirkt oft bedrohlich aber im besten Fall bietet es eine Befreiung des Selbst.